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Inhalt und Zielsetzungen

Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts ließ der Staat regelmäßig Volkszählungen und statistische Erhebungen in Landwirtschaft, Handel und Industrie sowie zur politisch-institutionellen Einrichtung des Landes durchführen. Diese Zählungen ergaben eine gigantische Menge Zahlen, die in Büchern, Manuskripten und auf anderen Informationsträgern gespeichert wurden.

Diese Zählungen ergaben eine gigantische Menge Zahlen, die in Büchern, Manuskripten und auf anderen Informationsträgern gespeichert wurden. Diese Statistiken verschaffen uns ein einzigartiges Bild vom täglichen Leben unserer Vorfahren und der Gesellschaft in der sie lebten. Sie bilden die Brücke zwischen zahlreichen Mikrostudien einerseits und flächendeckender nationaler und internationaler Forschung andererseits.

Trotz der vielen Anwendungsmöglichkeiten dieser Zahlenreihen werden diese Quellen verhältnismäßig selten benutzt. Der Wissenschaftler, der Ergebnisse aus den Erhebungen in seine Forschung einbeziehen will, wird nämlich mit vielen Hindernissen konfrontiert. Die Verteilung der Daten über Bibliotheken und Archive, der Mangel an detaillierter Übersicht, die Voraussetzungen für eine systematische Vorgehensweise und "last, but not least", der enorme Arbeitsaufwand, der mit einer verantwortungsvollen Manier der Datenerfassung verbunden ist, sind nur einige der Schwierigkeiten die einer zügigen Nutzung im Wege stehen.

Das HISSTAT Projekt strebt danach, diese Hindernisse für den Forscher aus dem Weg zu räumen.

Es hat sich die Entwicklung und den Ausbau einer zentralen Datenbank von Statistiken auf lokalem (gemeindlichen) Niveau aus dem 19. Und 20. Jahrhundert zum Ziel gesetzt.

Vom Grundsatz her werden alle Statistiken berücksichtigt, die das gesamte Belgische Grundgebiet betreffen und die sich auf dem Niveau der alten Gemeinden basieren.

Die Datenbank wird so aufgebaut, dass die Zahlen mit Hilfe gängiger Software bearbeitet und damit in unterschiedlichen Anwendungsbereichen analysiert werden können. Ein geografisches Informationssystem (HISGIS) ist mit der Datenbank verbunden, womit Choroplethenkarten erstellt werden können.

Folgende Zielsetzungen werden durch das Projekt verfolgt:

Der Arbeitsplan setzt sich aus folgenden Schritten zusammen:

  1. Quelleninventur
  2. Wahl der Quellen
  3. Aufbau der Datenbank und des Datenverarbeitungssystems
  4. Digitalisierung, Bereinigung und Harmonisierung der Daten
  5. Qualitätskontrolle und Abfassung der Metadaten

Die Ausführung der verschiedenen Schritte erstreckte sich über einen Zeitraum von 4 Jahren. Die Infrastruktur steht seit 2014 zur Verfügung und wird für die unterschiedlichsten Forschungsbereiche benutzt.

Im Bezug auf den Datenzugriff gelten unterschiedliche Datenschutzniveaus. Einige Statistiken werden unbeschränkt angeboten. Durch die Gesetzgebung zum Persönlichkeitsschutz und durch das Urheberrecht ist die Ausgabe anderer Daten Beschränkungen unterworfen. Die Nutzung bestimmter Datenreihen wird begrenzt auf einzelne Forscher, die eine Erklärung unterschreiben mit der Verfügung, die Daten nicht weiter zu geben.

Karten auf Basis dieser Daten können auf Anfrage gegen angemessene Vergütung erstellt werden.